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Einzelkurs ·WB-2027-0058 ·8 UE

Ängste und Aggressionen

Ob Rückzug vor dem Unbekannten oder lauter Wutausbruch: Angst und Aggression gehören zu den am stärksten tabuisierten und abgewerteten Gefühlen im pädagogischen Alltag. Sätze wie „Du brauchst doch keine Angst haben!“ oder die schnelle Stigmatisierung herausfordernden Verhaltens als „Problemkind“ zeigen, wie schwer der konstruktive Umgang mit diesen Grundaffekten fällt. Dabei sind beide Reaktionen lebensnotwendige Schutz-, Abgrenzungs- und Alarmsignale des Organismus.

Kinder davor bewahren oder ihre Reaktionen unterdrücken zu wollen, schwächt Selbstwert und Resilienz. Sie brauchen vielmehr verlässliche Erwachsene, die diese Gefühle aushalten, feinfühlig begleiten und in sozialverträgliche Bahnen lenken. Diese Fortbildung beleuchtet die neurobiologischen und entwicklungspsychologischen Ursachen beider Gefühlsdynamiken, zieht klare Grenzen zwischen gesunder Aggression und Gewalt und vermittelt konkretes Handwerkszeug für Ko-Regulation, Elternarbeit und professionelle Selbstsorge.

Seminarinhalte

  • Funktion & Dynamik: Neurobiologische Schutzfunktion von Angst sowie die Differenzierung von Aggression versus Gewalt
  • Entwicklungsstufen & Auslöser: Typische Entwicklungsängste, Grenz- und Autonomieerprobung sowie das Konzept des Stresstoleranzfensters (Window of Tolerance)
  • Praxisnahe Intervention & Ko-Regulation: Handlungsstrategien zur Deeskalation, kindlichen Affektbegleitung und Stärkung des Selbstwerts
  • Rolle & Haltung der Fachkraft: Eigene Reaktionsmuster reflektieren, lösungsorientierte Interaktion mit Eltern und Achtsamkeit zur Selbstsorge

Dozent(en)

Patricia Baumgardt

Dipl.-Theater-Kostümplastikerin, Tanztherapeutin, Referentin für frühkindliche Bildung

Veranstaltungsort

Bildungsakademie Bentwisch

Am Campus 16

18182 Bentwisch